Glänzende Budapester, Gürtel, Bänder mechanischer Armbanduhren: Das feinste Leder für all das kommt aus Chicago – aus der Horween Leather Company. Dort fertigt man die wohl exklusivsten Pferdehäute der Welt, das Shell Cordovan.
Dieses Shell wird nicht einfach aus der Haut von Pferden gewonnen, sondern nur aus einem kleinen Teil davon. Auf den Hinterbacken aller Equiden gibt es eine nierenförmige Fläche, an der die Haut verdickt ist. Zum Schutz, weil die Tiere dort weder mit den Zähnen noch mit dem Schwanz hinkommen, um etwa Fliegen abzuwehren.
Nur aus diesem Stückchen also, nur knapp einem Achtel der Haut, wird Shell Cordovan. Aus dem überwiegenden Rest näht man Taschen oder Jacken, die heiß ersehnte Qualität aber hat eben nur das Shell. Das Leder, von dessen Innenseite genommen, ist besonders feinporig, glatt und dicht wie kein anderes, es glänzt und ist schier unverwüstlich.
Bänder aus Shell Cordovan halten im Schnitt viel länger als solche aus Strauß oder Rind, Kroko oder Haifisch (und sind obendrein politisch korrekt). Sie wirken nie abgenutzt, sondern bekommen nur diese schöne Patina, werden mit der Zeit also einfach noch schöner.
Wenn es ein großes Tier mit breitem Hintern war, können aus den edlen Backen des Pferdes zwei Paar Schuhe gefertigt werden, immerhin. Oder ein rundes Dutzend Armbänder für Uhren von NOMOS Glashütte.
NOMOS Glashütte hat dieses Leder quasi exklusiv. Zwar, ja: Auch andere Marken haben Armbänder aus Cordovan. Aber eben keine aus dem begehrten Shell.
Seit 2010 gibt es auch Bänder aus hellem Wild-, also Veloursleder. Diese montiert NOMOS Glashütte an die neuen kleineren Uhren der Kollektion. Denn zartere Uhren sehen mit diesen Bändern schöner aus. Und zarte Handgelenke auch. Diese Bänder sind nicht ganz so strapazierfähig wie jene aus Pferdeleder, aber schon auch.
